Bachs Toccata und Fuge D-Moll muss die EU überleben können
Unter die Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektrogeräten, die ab 1. Juli 2006 gilt, fallen auch die Hersteller von Orgelpfeifen. Wäre dies ein paar Tage später bekannt geworden, hätte es gewiss als Aprilscherz gegolten.
Die Richtlinie schreibt vor, dass elektrisch betriebene Geräte nicht mehr als 0,1% Blei, Quecksilber oder Cadmium enthalten dürfen. Orgelpfeifen bestehen in der Regel aus 50% Blei.
Holger KRAHMER (FDP), Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit, erklärt: „Natürlich ist Blei ungesund und kann durch den elektrisch generierten Wind in modernen Orgeln in die Luft geraten.
Der sakrale Charakter eines Gottesdienstes oder Kirchenkonzertes hatte bis zur Entdeckung durch die EU dadurch allerdings nicht gelitten. Es fehlt nur noch, dass wir das mystische Dunkel mittelalterlicher Glasfenster einer Helligkeitsrichtlinie unterwerfen.
Gesundheitsvorsorge ist wichtig, aber das Leben als solches ist gefährlich, könnte deshalb nach dem EU-Ungeist eigentlich nicht genehmigt werden. Wenn wir uns damit nicht abfinden, muss der erste Satz umgedreht werden: Orgeln gegen EU-Pfeifen – ich wäre dabei.”



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