Holger Krahmer demonstriert in Warschau
Holger Krahmer wird am kommenden Samstag, den 10. Juni 2006 gemeinsam mit seiner holländischen Fraktionskollegin Sophia in’t Veld nach Warschau reisen, um an dem ursprünglich verbotenen und nun als „Gleichheitsparade” gerichtlich genehmigten Christopher-Street-Day teilzunehmen. Besonders heikel ist die Demonstration, weil eine zweite Demonstration genehmigt worden ist, die von Rechtsaußen angemeldet wurde. Deren Demonstrationsroute war der Gleichheitsparade direkt entgegenlaufend geplant. Eine Eskalation beim Zusammentreffen beider Demonstrationszüge schien unvermeidbar, weshalb die Route der CSD-Demonstranten inzwischen abgeändert werden musste.
Holger Krahmer erklärt, weshalb er an der Demonstration teilnehmen wird: „Auch in der EU der 25 ist das Zeitalter der Aufklärung offenbar noch nicht bei jedem angekommen. Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht der Untergang des Abendlandes. Auch homosexuelle Paare sind für die Gesellschaft wertvolle Verantwortungsgemeinschaften. Ich fahre nach Warschau, um in diesem Sinne unseren polnischen Freunden Mut zu machen.
Europa muss jetzt all seine Kraft daran setzen, seine ethischen Ansprüche durchzusetzen. Unbedingte Rechtsstaatlichkeit, der Wille zur Demokratie und Achtung der Grundrechtscharta sind absolute Voraussetzung für die Europäische Staatengemeinschaft. Polen darf aber nicht als schwulenfeindlich stigmatisiert werden, denn Polen ist keine Ausnahme, leider betrifft die Diskriminierung von Minderheiten viele europäische Länder, zum Beispiel auch Italien. Die Unterschiede liegen im Detail. Da haben wir in Europa noch einige Arbeit vor uns. Aber wir sind auf einem guten Weg.”



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