Glühbirne – Parlament drückt sich
Das Verbot der Glühbirne hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments heute bestätigt. Holger Krahmer, umweltpolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament kritisiert die Entscheidung:
“Es ist heute eine Bürokratenentscheidung bestätigt worden, die in das Leben der Bürger eingreift. Klassische Glühbirnen in vielen Formen werden verboten und nicht in jedem Fall gibt es Alternativen: Museen, historische Gebäude und Weihnachtsmärkte verlieren in Zukunft an Atmosphäre und Farbe.
Argument für das Verbot ist die Energieeinsparung, CO2-Reduktion und damit Klimaschutz. Das trifft bei der Energieeinsparung sicher zu. Aber CO2-Emissionen werden in Europa nur durch die Anzahl der Zertifikate im Emissionshandel begrenzt. Wird die Glühlampe verboten sinkt der Energieverbrauch, Stromkonzerne emittieren weniger Kohlendioxid und können Zertifikate verkaufen. Die Emissionen werden durch punktuelle Einsparungen also nicht gesenkt, sondern umverteilt.
Wo die Energie sparenden Lampen als Alternative taugen, entscheiden sich trotz des langfristigen Kostenvorteils viele Menschen für die klassische Lampe. Wäre die Energiesparlampe das bessere Produkt, würde sie sich bei den Verbrauchern durchsetzen. Die Frage bleibt, ob ein Verbot das richtige Mittel ist, um solche Entscheidungen zu erzwingen. So ist das Verbot der Glühbirne nur ein weiteres Ärgernis, das die Bürger mit Brüsseler Regelungswut gleichsetzen.
Leider ist das Parlament nicht selbstbewusst genug, seine Rechte zu nutzen. Das Verbot der Glühbirne hätte zumindest offen debattiert werden sollen.”
Das Verbot der klassischen Glühbirne wurde in einem Verwaltungsverfahren von der Kommission beschlossen. Das Parlament prüft diese Verwaltungsakte und kann sie unter bestimmten Bedingungen auf die Ebene eines vollständigen Gesetzgebungsverfahrens holen. Dann bestimmen die Parlamentarier den Wortlaut der Regelung mit.
Es wird einen weiteren Versuch geben, das Parlament mit dem Vorgang zu befassen. Darüber wird im Plenum in Straßburg in der zweiten Märzwoche entschieden.



Ich bin wirklich sehr froh, daß sie sich für unsere Entscheidungsfreiheit einsetzen. Danach habe ich gesucht.
Ich ärgere mich sehr, daß man mir vorschreiben will womit ich meine Küche und mein Schlafzimmer zu beleuchten habe. So geht das nicht, Fidel Castro ist doch kein Vorbild für die EU.
Ich wünsche ihnen viel Erfolg, Herr Krahmer.
Dear Herr Krahmer,
Einfach Gluhbirne steuer:
Klasse F/G +4 euro
Klasse D/E +3 euro
Klasse B/C (Halogen) +1.50 euro
(nicht so viel fur Halogen lampen = nicht nur effektiver, ja schon kosten mehr)
Ganz einfach fur alle Leute zu verstehen und zu machen.
(auch einfach andere steuer -rates zu machen, jetzt oder später, fur eine wunschbar verbrauch-fall / regierung geld balans)
— Regierungen machen viel Geld,
— Verbrauch geht unter zB zu 1/4 von heute = genau wie verbot, praktisch gesehen (auch im vergleich mit andere formen Energi-”Verschwendung”)
Regierung-geld kan naturlich auch zu energie/umwelt initiativen gehen, das mehr wichtig sind als die gluhbirnen die bleiben.
Deutschland regierung macht etwa 1/2 billion euro pro jahr,
EU regierungen gesamt typisch 1.5-2 billion euro in dies schlechte Zeit, wann sie alles brauchen Geld.
Mehr info auf Englisch: http://www.ceolas.net/LightBulbTax.html
Sehr geehrter Herr Kramer.
Wie fiel denn die Entscheidung im Plenum in der zweiten Märzwoche aus?
Können Sie mir sagen, wie die Parteien im Parlament dort konkret abgestimmt haben?
Ich habe erfahren, dass am 17. Februar 14 Abgeordnete im Umweltausschuß gegen die
Abschaffung der Glühbirne gestimmt haben. Können Sie mir Informationen zu dem namentlichen Abstimmungsergebnis geben?
Ich danke Ihnen sehr und verbleibe mit freundlichen Grüßen.
Heiko Berninger
Wer (auf Englisch) etwas tiefer forschen will, sollte sich downloaden, was sicher kaum ein Abgeordneter (sonst würde der physikalisch herausgeforderte Abgeordente Matthias Groote nicht ausdauernd von “TeRRawatt” schreiben) und erst recht kaum ein Journalist (Frau C. Gammelin?) vollständig studiert hat:
http://www.eup4light.net/default.asp?WebpageId=33
Wenn man sowohl mit Lichttechnik als auch mit üblichen Verfahren “wissenschaftlicher” Auftragsforschung zur Erlangung erwünschter Resultate schon mal zu tun hatte, wird man erkennen, dass in der Menge der Tabellen und Zahlen einige interessante Felder einfach unterschlagen, nur kurz erwähnt oder als irrelevant abgewürgt werden:
- Mengenrelevanz (nur ca. 1,5% des Energiebedarfs durch private Beleuchtung) und zu zahlender politischer Preis (Europafeindlichkeit)
- Wirtschaftlichkeit der CO2-Minderung im Vergleich zu Maßnahmen in anderen Handlungsfeldern
- Fehlendes Pilotprojekt oder Evaluation eines realen Langzeitvergleiches zweier vergleichbarer Gemeinden
- schlechere Rotfarbenwiedergabe
- subjektives Unwohlsein durch fehlenden Tiefrotanteil und dadurch ausgelöstes Aufdrehen der Heizung
- riechbare Ausdünstungen der Energiesparlampen schon im Normalbetrieb
- menschliches Kompensationsverhalten durch Ausnutzung des Wärmeratings der Fassung (20W CFLi statt 60W Glühlampe)
- menschliches Kompensationsverhalten wegen langsamer Helligkeitszunahme durch “Durchleuchtenlassen” oder höhere Lampenleistung
- unberücksichtigte Wärmeableitung in bestehenden Leuchten und für den Verbraucher unerklärliche Frühausfälle
- Effizienzminderung durch Erforderlichkeit der Abblendung klarer Glühlampen, die bislang statt unabgedeckt eingesetzter matter oder opaler Lampen gekauft werden
- Kosten für Verbraucher durch Austausch von CFL-inkompatiblen Dimmerschaltern und beleuchteten Schaltern
- Kosten für Verbraucher durch Austausch CFL-ungeeigneter Leuchten, Lampenschirme, schlechtkontaktierender Fassungen
- schlechter Leistungsfaktor bei CFLs unter 25W weiterhin erlaubt
- entgegen der falschen Beteuerungen gibt es tatsächlich KEIN direktes Austauschprodukt für matte Glühlampen, da auch hochpreisigste aktuelle LEDs und CFLs mit bester Farbwiedergabe (CRI>95) die Effizienzklasse A derzeit nicht erreichen
- reales (Sonder)müll-Handling in “östlichen und südlichen Mitgliedsländern”: fragen Sie einen wahrheitsliebenden Kreter…
(Berichtigung des Kommentars vom 2. April wegen Wortfehlstellung:
“- Effizienzminderung durch Erforderlichkeit der Abblendung klarer Glühlampen, die *statt bislang* unabgedeckt eingesetzter matter oder opaler Lampen gekauft werden”)
Inzwischen meldet die Wirtschaftswoche von diversen Baumarkt-Ketten, dass auch in Deutschland verbreitet Hamsterkäufe und Bevorratungen von matten und 100+Watt-Glühlampen stattfinden. Gerade DURCH das Glühlampenverbot wird also der Bürger dazu verführt, noch weit in der Zukunft Glühlampen auch in Anwendungen einzusetzen, für die im nächsten Jahrzehnt akzeptable und sparsamere Lichttechnik zur Verfügung stehen könnte.
Statt heute und in Zukunft in sinnvolle Energiesparmaßnahmen investieren zu können, hat der Bürger dieses Kapital schon in unökonomischer Vorratshaltung gebunden! Schlimm, dass im Jahre 2009 EU-Entscheidungen an Mißwirtschaftspolitik Marke Cuba erinnern!