Kopenhagen-Gipfel – Falsche Ziele gesteckt
„Die Welt braucht bessere Strategien, um mit dem Klimawandel umzugehen. Der Gipfel in Kopenhagen geht ohne echtes Abkommen zu Ende. Das ist die Gelegenheit zum Richtungswechsel”, sagt Holger Krahmer, umweltpolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament.
„Ein Weiter-wie-bisher ist nicht möglich”, so Krahmer. Das Kioto-Protokoll habe nicht zu Minderungen von Kohlendioxidemissionen geführt. Und nach Kopenhagen sei klar, dass die Interessensunterschiede zwischen den Staaten zu groß seien, um sich auf verbindliche Minderungsziele zu verständigen.
„Wir müssen uns neue Ziele suchen. Seit der Konferenz in Rio im Jahr 1992 und dem Abkommen von Kioto im Jahr 1997 verhandeln wir Minderungsziele, aber die Emissionen steigen weiter. Und letztlich wissen wir gar nicht, ob diese Minderungsziele, selbst wenn sie umgesetzt würden, zum gewünschten Ergebnis führen. Es gibt über den Weltklimarat hinaus in der Wissenschaft erhebliche Zweifel über die Ursachen klimatischer Veränderungen, die in die politische Diskussion Eingang finden müssen.
Statt des kostspieligen Versuchs den Klimawandel aufzuhalten, sollten wir uns an unvermeidliche Klimaänderungen anpassen. Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der Anpassung an Veränderungen der natürlichen Gegebenheiten.
Sinnvoller wäre es, internationale Partnerschaften anzustreben, die die Erforschung neuer Technologien und Energieträger beschleunigen. Allein die Bürokratiekosten des Emissionshandels wären im EU-Forschungrahmenprogramm besser angelegt. Dort geben wir bescheidene sieben Milliarden Euro aus, während der Emissionshandel etwa 70 Milliarden Euro kostet.



Danke für eine Stimme der Vernunft!
Die westlichen Industriestaaten, allen voran Europa, haben sich selbst ins Dilemma geritten, indem sie unrefletkiert das 3ied von anthropogenen Klimawandel gesungen haben. Denn letztlich gibt es nach heutigem Stnd der Technik nur zwei Möglichkeiten, wenn man den CO2 Ausstoß drastisch reduzieren will: Entweder wir verhindern den wirtschaftlichen Aufholprozess der Schwellenländer mit dem Argument des Klimaschutzes oder wir treiben die De-Industrialisierung des Westens voran. Ersteres wäre an Zynismus kaum zu überbieten, die Alternative der einheimischen Bevölkerung nicht zumutbar.
http://eppinger.wordpress.com/2009/12/16/arm-und-reich-klimaschutzpolitik-und-ihr-preis/
Sehr geehrter Herr Krähmer,
vielen Dank für Ihre realistische und vor allem ideologiefreie Einschätzung.
“Es gibt über den Weltklimarat hinaus in der Wissenschaft erhebliche Zweifel über die Ursachen klimatischer Veränderungen, die in die politische Diskussion Eingang finden müssen.”
Als FDP-Mitglied war ich schon sehr erstaunt, dass in dieser Angelegenheit liberale Gedanken unter eine grün-ideologisierte Gleichschaltunswelle gekommen sind, was mich schon ernsthaft dazu bewgegte, mich mit dem Gedanken eines Parteiaustrittes zu beschäftigen.
Weiter so und viel Erfolg
Christian Knauer
Das Interessante an der Bearbeitung de Klima-Themas ist die Diskrepanz zwischen Ursachenanalyse und Konsequenzen. Es sind schließlich dieselben Länder, die einerseits die wissenschafliche Seite politisch abdecken (UNO => IPCC), auf der anderen Seite sich in Kopenhagen aber nicht über die Konsequenzen einig werden konnten.
Der Wahrheit ins Auge zu sehen, heißt, den großen, wissenschaftlichen Konsens im Auge zu behalten bzgl. des anthropogenen Einflusses aufs Klima, der auch von der maßgeblichen Politik weltweit geteilt wird (Querschläger und Besserwisser ohne umfangreichere, ausführlichere, profundere, bessere Grundlagen gibt es natürlich immer auch) - und gleichzeitig die Unterschiede in der Bewertung sowie der zu beschließenden Konsequenzen zu sehen.
Zur Anpassung des Menschen ans Klima gehören außer wiederum neuer, technischer Spezialitäten, die ihrerseits womöglich selber erst mal energieverzehrend bei massenhafter Herstellung und Handhabung sind aber den Anstieg des Meeresspiegels als auch die Ausdehnung von Trockenregionen dennoch nicht aufhalten werden, u.a auch Umsiedlungen größerer Menschenmassen in bewohnbare Gebiete, die mancherorts schrumpfen, an anderen Orten aber wegen der Erwärmung auch mehr werden können.
Die Frage ist nur, wie bereit sind “wir” angesichts der manifesten Eigentumsverhältnisse, bewohnbare Gegenden zu teilen und den Klimaflüchtlingen nicht allein eine Last aufzubürden, sie vor eine unmögliche Situation zu stellen, die uns Alle etwas angeht, nachdem wir alle fleißig Kohlenstoff verbrannt haben. Aber jetzt bitte keine opportunistischen Ausflüchte mehr, es gäbe erhebliche Zweifel an den Ursachen des Klimawandels.
Steht solchen Anpassungen in Form von Völkerwanderungen nicht sogar die liberale Haltung zum Eigentum im Wege? Was nützen ein paar neue, technische Spielereien oder anderer Wirtschaftsaktionismus, die den Klimawandel noch nicht mal aufhalten _sollen_!
An der Unglaubwürdigkeit des Westens ist schon Kopenhagen gescheitert, der aus dem Klimawandel mit (noch) vorhandenen technischen Vorsprüngen auch noch die Basis für wirtschaftliche Vorteile legen wollte. Die Zeiten sind vorbei, wo wir anderen Ländern derart überlegen waren, dass wir ihnen etwas aufs Auge drücken konnten. Das sollten unserer Politiker spätestens jetzt begriffen haben - und ihre Hausaufgaben machen, indem sie einen Wandel zu anderen Paradigmen beschließen, sodass unsere Wirtschaft nicht bereits expandieren _muss_, um den Lebenssstandard lediglich auf gleichem Niveau zu halten. Vielleicht mal daran denken, dass das zinsbasierte Geldschöpfungssystem das eigentliche Kernproblem ist, das unausweichlich immer größere Geldmengen und damit auch wirtschafliche Expansion (samt steigendem Ressourcenverbrauch!) erfordert, bei denen die Gewinne des Einen die Schulden des Anderen sind.