Medikamente gegen Fälschung sichern

Medikamentenfälschern das Handwerk so schwer wie möglich machen – das ist das Ziel der Richtlinie über die Fälschungssicherheit von Arzneimitteln, die am 27. April 2010 im Umweltausschuss abgestimmt wird. Kern der Richtlinie sind EU-weit einheitliche Sicherheitsmerkmale für verschreibungspflichtige Arzneimittel.
“Der Skandal um gefälschte Präparate in deutschen Apotheken hat viele Menschen beunruhigt, die Richtlinie zur Medikamentensicherheit sollte so rasch wie möglich umgesetzt werden”, sagt Holger Krahmer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament und Berichterstatter der liberalen Fraktion für das Dossier.
Die Richtlinie sieht vor, dass Verpackungen relevanter Arzneimittel mit EU-weit einheitlichen Sicherheitsmerkmalen versehen werden, um ein Eindringen gefälschter Produkte in den legalen Handel zu erschweren. Die Sicherheitsmerkmale sollen Identität, Echtheit und Rückverfolgbarkeit sicherstellen und Kontrollen durch Behörden erleichtern, so Krahmer:
„Denkbar sind Barcodes oder Seriennummern, die jede Verpackung individuell kennzeichnen, damit sie vom Ladentisch in der Apotheke bis zum Hersteller zurückverfolgt werden kann. Außerdem sind Hologramme möglich, um die Fälschung einer Verpackung zu erschweren. Wirksam ist dies natürlich nur in der legalen Apotheke, ob im Laden oder im Internet. Verbraucher, die Medikamente aus dubiosen Quellen erwerben können durch Sicherheitsgesetze nicht geschützt werden.”
Jedes Jahr werden an den EU-Außengrenzen Millionen gefälschter Arzneimittel beschlagnahmt. Die Kommission führt an, dass zwischen 2005 und 2006 die Zahl der beschlagnahmten Arzneimittel um 384% auf 2.711.410 wuchs. Zahlen für 2007 bestätigen den Trend.
Für die Abstimmung am 27. April im Gesundheitsausschuss wurden Kompromisse verhandelt, die von einer großen Mehrheit der Abgeordneten getragen werden (siehe Anhang). Die Plenarabstimmung ist für Juni geplant.
Zusammenfassung der Kompromisse zur Medikamentenfälschung (PDF)



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