Samstag, 04. September 2010 | 05:48:44 Uhr

Holger Krahmer | Mitglied des Europäischen Parlaments

Zeigt das Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit und gibt einen Einblick in die tagespolitische Arbeit.

Frau Hedegaard, beenden Sie Ihre Träumereien

„Überholte Strategie, keine zeitgemäßen Antworten“, kritisiert Holger Krahmer, umweltpolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament die Mitteilung der EU-Kommission zur Klimapolitik:

„Kommissarin Hedegaard lässt berechnen was die Minderung der CO2-Emissionen von 30 Prozent bis zum Jahr 2020 bedeutet, behauptet aber gleichzeitig, dass dieses Ziel nicht angestrebt sei. Diese Aussage ergibt keinen Sinn: Entweder will sie diese Festlegung oder ihre Kalkulation ist zwecklos.

Beide Fälle wären eine schlechte Nachricht: Die Verpflichtung auf ein willkürliches höheres Minderungsziel ist ohne unverhältnismäßige Kosten und damit Schaden für die europäische Wirtschaft nicht zu haben. Falls Hedegaard ihre Beamten ohne Sinn und Zweck hat rechnen lassen, muss die Not schon groß sein, ihre Rolle als Klimakommissarin zu rechtfertigen. Bislang gab es schließlich kaum Impulse aus ihrem Ressort.

Offensichtlich hält Hedegaard an der gescheiterten Strategie fest, Europa zum Anführer der globalen Emissionsreduktion zu machen. Schon jetzt geben aber die Wachstumsregionen in Asien politisch wie ökonomisch den Ton an. Dort ist kein Wille zu bindenden Klimaabkommen erkennbar. Deshalb funktioniert die konventionelle Strategie der Klimapolitik nicht mehr.

Es ist höchste Zeit, sich auf diese Situation einzustellen: Europa braucht Lösungen für mehr Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Innovation entsteht aber nicht durch willkürliche und teure Klimaziele, die der europäischen Wirtschaft schaden, sondern durch Wettbewerb. Der beste Klimaschutz ist eine kluge Energiepolitik.“

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2 Kommentare

  1. Lothar Köhler | 28. Mai 2010 | 13:28

    Vielen Dank für den kurzen, klaren Artikel.
    Hat eigentlich in der EU außer in Spanien schon jemand untersucht, wie sich die massive Förderung “Alternativer Energieen” auf die gewöhnlichen Arbeitsplätze auswirkt? Wäre es nicht eine Aufgabe der EU, unabhängig klären zu lassen, ob diese Förderung mehr kostet, als sie einbringt?

    Der Stand der Dinge ist doch grotesk: Das Forschungsthema Klima ist so komplex, daß längst nicht alle Zusammenhänge als geklärt gelten können. Auf dieser Grundlage wird eine Spekulation auf die nächsten 40 bis 90 Jahre erstellt mit Hilfe von Rechenmodellen, die nicht einmal die Gegenwart richtig berechnet haben. Dazu eine willkürliche Zahl von 2°C Temperaturanstieg, die angeblich die Grenze des Erträglichen ist – fertig ist die politische Marschroute.

    Es ist erfreulich, daß es wenigstens vereinzelt Politiker gibt, deren Arbeit mit der Realität zu tun hat und die wissen, daß CO2 ein politisches Gas ist (so bezeichnet von einem Teilnehmer eines Internet-Forums).

    Mit freundlichen Grüßen
    Lothar Köhler

  2. Christian Baumgarten | 8. Juli 2010 | 09:59

    Hurra! Sie scheinen begriffen zu haben, daß CO2 nicht die Ursache sondern die Folge einer momentanen Erwärmung ist. Nach Henrys Gesetz 1803 gast CO2 bei Temperaturerhöhung des Wassers aus, so dass bei Erwärmung von 0°C auf 15 °C von 1,8 Vol % 0,8 Vol % dem Meerwasser entweicht. Das Meerwasser speichert 40 mal so viel CO2 wie die gesamte Atmosphäre! Usw.
    Ich könnte Ihnen sehr schöne Argumente liefern, wie ich kürzlich in einem 1 stündigen Vortrag vor dem FDP Ortsverband Vorderer Kraichgau dargelegt hatte. Christian B. Dipl.-Ing. der TH Karlsruhe,83J.

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